Kerstin Belz krönt die Musik des "Majowi"-Trios
Text aus der Lippischen Landes-Zeitung vom 23.11.2011 von Andreas Schwabe. "Majowi"-Jazz bezeichnet nicht etwa eine Stilrichtung im vielschichtigen Jazz der vergangenen 100 Jahre. Vielmehr ergibt sich der Name aus dem Zusammenspiel der drei Vornamen des Pianisten Matthias Kämper, des Bassisten Joachim Fitzon und des Drummers Winni Axmann.
Das Trio präsentierte am frühen Sonntagabend in der Musikschulreihe "Pro:Jazzive" mit der Sängerin Kerstin Belz eine Stimme, die gerade damit ihre Zuhörer eroberte, dass sie "nur für sich sprach". Die Bielefelderin liebt Songs von Edward Kennedy "Duke" Ellington (1899-1974). Wie kein anderer steht der Pianist, Komponist und Bigbandleader dafür, den Jazz seiner Zeit salonfähig gemacht zu haben. Ellington hat dem Swing jene Eleganz verliehen, die noch heute bestens dazu geeignet ist, die Zuhörer in eine entspannte Stimmung zu versetzen, in der diese schönen Erinnerungen und Träumen rund um das Thema Partnerschaft in liebevoller Milde nachspüren können.
Und so legte sich auch im bestens besuchten Rokoko-Saal des Schlosses Stietencron so manches Lächeln auf das ein oder andere Gesicht. Und so mancher Körper wiegte sich in den weichen, schwingenden Melodien, als gälte es ihn an warme Tage zu erinnern. Kerstin Belz konnte dabei ohne jeden Druck ganz auf die Wirkung des schmeichelnden Timbres ihrer gefühlvoll dunklen Altstimme vertrauen, der sich an diesem Abend niemand entziehen konnte und schon gar nicht wollte. Damit verlieh sie den vielen Standards, die an diesem Abend auf dem Programm standen, jene Lebendigkeit, an die sich die Anwesenden nur zu gerne erinnerten.
Getragen wurde die Sängerin dabei von einer überaus angenehm aufmerksamen Band, die den musikalischen Hintergrund ihrer Klangbilder so sanft ausmalte, das die "zweite" Natürlichkeit ihrer Stimme voll zur Geltung kommen konnte. Joachim Fitzon sorgte am Bass mit ruhiger Hand immer für das richtige Timing. Matthias Kämper wanderte mit flüssigen Fingern überaus nett immer durch die richtigen Harmonien, während Winni Axmann meist mit zwei Besen in der Hand oft nur wenige, aber immer treffsichere Akzente auf Becken, Snare und Hi-Hat setzte.






